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Foucault & Co
zitiert, archiviert, inspiriert, kommentiert
15 August, 2008
michel foucault und noam chomsky diskutieren
Ausschnitt einer Diskussion zwischen Michel Foucault und Noam Chomsky im französischen Fernsehen aus dem Jahr 1971 über die Natur des Menschen, Macht und Gerechtigkeit:
Interessanterweise erinnern Teile der Diskussion an das erste Buch von Platons Politeia, in dem Sokrates mit Trasymachos über Gerechtigkeit diskutiert, wobei Foucault die Position von Trasymachos (was gerecht ist wird vom Stärkeren definiert) einnimmt und Chomsky die Position von Sokrates (Glaube an eine absolute Gerechtigkeit).
Noam Chomsky
"Mir scheint, dass der wesentliche Unterschied nicht so sehr zwischen Legalität und Gerechtigkeit besteht, sondern zwischen Legalität und einer gerechteren Gerechtigkeit.
Natürlich sind wir nicht in der Lage, ein ideales Rechtssystem zu schaffen, genauso wenig wie eine ideale Gesellschaft. Wir haben kein ausreichendes Wissen, wir sind zu eingeschränkt und zu parteiisch. DA wir als mitfühlende und verwantwortliche Wesen handeln müssen, können wir uns eine bessere Gesellschaft und Gerechtigkeit vorstellen und sie sogar schaffen. Ein solches System wird gewiss seine Mängel haben, aber wenn wir es mit dem bestehenden vergleichen, können wir, ohne zu meinen, das ideale System erreicht zu haben, die folgende Üerlegung anstellen: Die Begriffe der Legalität und der Gerechtigkeit sind weder identisch noch völlig verschieden. In dem Maße, in dem die Legalität die Gerechtigkeit einschließt im Sinne einer besseren Gerechtigketi, dei sich auf eine bessere Gesellschaft bezieht, müssen wir dem Gesetz gehorchen und den Staat, die großen Verbände und die Polizei zwingen, dem Gesetz zu gehorchen, wenn wir die Macht dazu haben."
Michel Foucault
"Sie kritisieren die Funktionsweise der Justiz also im Namen einer reinen Gerechtigkeit. Das ist für uns jetzt eine wichtige Frage. Es gibt zwar in allen gesellschaftlichen Kämpfen eine Frage nach der Gerechtigkeit. Genauer gehört der Kampf gegen die Klassengerechtigkeit, gegen ihre Ungerechtigkeit, seit jeher zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung. [...] Aber wenn die Gerechtigketi in einem Kampf bemüht wird, dann als Machtinstrument und nicht in der Hoffnung, dass eines Tages die Menschen gemäß ihren Verdiensten belohnt oder für ihre Fehler bestraft werden. Anstatt die gesellschaftliche Auseinandersetzung in Begriffen der Gerechtigkeit zu verstehen, muss man vielmehr die Gerechtigkeit in Begriffen der gesellschaftlichen Auseinandersetzung verstehen."
[Michel Foucault, Dits et Ecrits II]
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